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Freikugeln : prosaische und poetische Schüsse in Erzählungen, Novellen und Gedichten / von Georg Döring
Entstehung
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Gang. Der Jüngling war im Innerſten betroffen uͤber des Häuptlings letzte Aeußerung und konnte ſich den Sinn ſeiner Rede nicht erklären. Dabei mußte ihn das Loos der nun von ihm getrennten Geliebten auf das Lebhafteſte beunruhigen. Tau⸗ ſend ſtürmiſche Zweifel durchzogen ſeine Bruſt; er ſah kein Licht in dieſer Nacht des Verderbens.

Man verſchloß ihn nebſt ſeinem Unglücksgefähr⸗ ten in einen engen Kellerraum. Waſſer tropfte von den Wänden und benetzte ihre Fuͤße; ein Moder⸗ geruch quoll ihnen beim Eintritt in das Gewölbe entgegen.

Die beiden Gefangenen hatten ſich auf zwei ſteinernen Sitzen niedergelaſſen, welche, weit von einander entfernt, in den zwei entgegengeſetzten Wänden des Gewölbes angebracht waren. Oben in dem höchſten Schwunge der Decke des Kellers befand ſich eine Oeffnung, ohne Zweifel das Werk gewaltſamer Zerſtörungen von außen oder der Alles vernichtenden Zeit. Durch dieſe Oeffnung ſchoß der Regen in Strömen herein; die hellleuchtenden Blitze des noch immer dauernden Gewitters ſandten zum Oeftern ihren glänzenden Schein in den Kerker und gaben dann den zwei Eingeſchloſſenen Gelegenheit,