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den. Ich habe gezittert in Gegenwart der mord⸗ ſüchtigen Böſewichter, die Gluth meiner Wangen hatte ſich in Todeskälte verwandelt: ſo mußte ſich der Körper der Macht der Natur und Gewohnheit unterwerfen; allein die Seele behielt ihre Selbſt⸗ herrſchaft, des nahen Todes Schrecken konnten ſie nicht beugen.“
„Glaubt ihr, ich fürchte den Tod?“ entgegnete Guido, indem er gewaltſam ſeine Thränen und ſein Schluchzen unterdrückte.„Ich dächte, ihr hättet euch vom Gegentheil uͤberzeugen können. Aber Leben und Ehre der Geliebten ſind in der Gewalt eines rückſichtloſen Böſewichts: das iſt mehr als Tod!“
Der Prieſter ſeufzte und erwiederte langſam und halblaut, wie in ſich ſelbſt hinein ſprechend:
„So hat auch dich die Liebe bethört? Wie viele unglückliche Opfer wird noch dieſe Leidenſchaft machen!“
Mit dieſen Worten war die Unterredung der beiden Unglücksgefährten geendigt. Der Regen und das Gewitter hatten indeſſen aufgehört. Freundliche Sterne ſandten vom heiter gewordenen Himmel ihre grüßenden Strahlen herab und verbreiteten eine ſchwache Dämmerung in dem unterirdiſchen Gemache.


