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Freikugeln : prosaische und poetische Schüsse in Erzählungen, Novellen und Gedichten / von Georg Döring
Entstehung
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„Höre“, ſo redete der Juͤngling, nachdem er eine Weile ſtumm neben ſeinem Begleiter hergegan⸗ gen, dieſen an,„mir ſcheint, du treibſt ein böſes Spiel mit uns und hegſt Verrath im tückiſchen Sinne; aber das ſey dir zur Warnung geſagt, beim erſten Zeichen eines Unfalls, deſſen Urſache deine Treulv⸗ ſigkeit ſeyn könnte, zerſchmettert dir eine Kugel aus dieſem Piſtol den Hirnſchädel!“

Der Schotte erwiederte nichts. Auf einen Augen⸗ blick unterbrach er ſeinen Geſang; ein ſtechender Blick flog zu Guido herüber, dann ſah er wieder ſtarr und gleichmüthig auf den Weg und fuhr in ſeinem Liede fort.

Der Jüngling hielt ſich von dieſem Augenblicke an nur in geringer Entfernung von dem verdächti⸗ gen Fuührer, damit dieſer im unglücklichen Falle ſei⸗ ner Strafe nicht entgehen könne. Aengſtlich ſchloſ⸗ ſen Minona und ihre Begleiterin ſich an. So nahte der Abend und man befand ſich in einer wilden Fel⸗ ſengegend, in der ſich keine Ausſicht auf ſichere Un⸗ terkunft zeigte. Bald verhüllte dichte Finſterniß alle Gegenſtände. Man verlor den Pfad und der Führer erklaͤrte, er wiſſe nun ſelbſt nicht mehr ſich in dieſen Felſengewinden zurecht zu ſinden. Die Frauen hat⸗

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