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Freikugeln : prosaische und poetische Schüsse in Erzählungen, Novellen und Gedichten / von Georg Döring
Entstehung
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„Staͤrker!“ rief jener mit donnernder Stimme. Da wiederholte Eugenio mit aller Kraft, die ihm zu Gebote ſtand, den Stoß, und fühlte und ſah, wie die Spitze des Meſſers durchdrang durch den Boden des goldenen Bechers. Er zog ſchnell den Stahl zurück; ſchwarzes Blut floß triefend her⸗ unter und aus weiter Ferne ſchlug an ſein Ohr ein wehmüthiger Laut, der tief in ſein Herz drang und alle Fibern deſſelben erbeben machte.

„Nun habt ihr genug!“ ſchrie mit triumphiren⸗ dem Hohne Alberto. Sein teufliſches Gelächter ſchallte durch das Zimmer, das Licht verloſch, die Fenſter fuhren auf, wie von einem plößlichen Sturme erſchüttert. Dem Eugenio ſchien es, als ſchwirre durch die Luft eine große ſchwarze Eule davon: Todtenſtille herrſchte plötzlich in dem Zimmer.

Krampfhaft hielt der Jüngling das blutige Meſſer in der Rechten; es war ihm, als habe er eine ungeheure That begangen. Da ſchlug die Glocke Mitternacht. Eugenio fand die Thüre des Zimmers, er eilte bebend die Treppe hinab, die Pforte des Hauſes ſtand offen, er ſtürmte hinaus und erhielt ſeine Beſinnung erſt in ſeiner Wohnung wieder. Dort erkannte er mit Schaudern das