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Freikugeln : prosaische und poetische Schüsse in Erzählungen, Novellen und Gedichten / von Georg Döring
Entstehung
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ſeit dem Tode ſeines Bruders die reiche Hinterlaſ⸗ ſenſchaft für den Neffen verwaltete. Die Nachricht von dieſem Ereigniſſe kam den jungen Manne um ſo unangenehmer, indem der Oheim, ſo eben im Begriff geweſen, dem Mündigen das väͤterliche Vermögen zu übergeben. Nun traten allerlei Weit⸗ läuftigkeiten ein, welche gerade in der Blüthenzeit ſeines Liebesglückes die Anweſenheit des Eugenio in der Hauptſtadt verlangten. Der Marcheſe und die holde Braut ſahen die Nothwendigkeit der Entfer⸗ nung ſelbſt ein, und drangen auf ſchnelle Abreiſe und um ſo baldigere Wiederkunft. Am Abende vor dem Tage der Trennung, als die Liebenden einige Momente traulicher Herzensergießung feierten, ent⸗ deckte Florentine dem theuren Freunde ihrer Seele: wie doch ſo trübe Ahnungen Tages über ſie plagten und in naͤchtlichen Traͤumen ſchwarze Gefährten fän⸗ den, welche beide dahin deuteten, daß ſie den Ge⸗ liebten nie wiederſehen, daß ſie noch vor der Hoch⸗

zeit hinab in die dunkle Gruft ſteigen werde, in

der ſchon ſo manches glühende Herz erkaltet, ſchon ſo manche heiße Leidenſchaft eingegangen ſey zum ewigen Schlummer. Welche Mühe ſie ſich auch gäbe, mit welcher Feſtigkeit ſie auch wolle, ſo könne