3
und der Vater verſank in Schwermuth über den Tod des blühenden heißgeliebten Weibes. Seine geiſtige Kraft war gelähmt, er vernachläßigte ſein Handlungs⸗ geſchäft, und als er nach zwei Jahren in einige be⸗ deutende Bankrotte verwickelt wurde, mußte auch er ſehen, wie heißhungerige Gläubiger die Reſte ſeines Vermögens unter ſich theilten. Da erweckte das gekränkte Ehrgefühl in ihm auf's Neue den Funken des ſchlummernden Geiſtes, er ermannte ſich und übergab dem ältern Bruder die Pflege ſeines einzi⸗ gen Kindes, indem er ſich mit dem Schwure ent⸗ fernte, ſein durch das Schickſal gebrandmarktes An⸗ gedenken in ſeiner Vaterſtadt erlöſchen zu laſſen. Nie hatte man ſeit jener Zeit wieder etwas von ihm gehört, und das Kind war unter des erfahrnen Oheims ſorgfältiger Pflege, von der viel verſpre⸗ chenden Knospe zum lieblichen Röschen geworden, das, wie uns bereits bekannt iſt, auf die elegante Herrenwelt der Reſidenz ſeine Atractionskraft erſtreckte. Unter Röschens Verehrern waren drei, die ſich nicht durch das flüchtige Manbver des Hofgärtners abfertigen ließen, ſondern bei ernſtlich gehegten Ab⸗ ſichten es für gut fanden, dem alten Heimbrand fortwährend in ſeinem Gewäͤchshauſe die Cour zu 1**


