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Freikugeln : prosaische und poetische Schüsse in Erzählungen, Novellen und Gedichten / von Georg Döring
Entstehung
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machen. Freilich ſtarrte noch immer das ſchnoöde Antlitz der häßlichen Gertrud vom Fenſter herab, und verzog ſich zur widrigen Frazze, wenn die Freundlichkeit über die Artigkeit der grüͤßenden vorneh⸗ men Herren zu Tage trat; allein zweien von dieſen eifrigen Botanik⸗Tartuͤffen war es mehr um den Be⸗ ſitz der reichen Hinterlaſſenſchaft des faſt ſiebenzig⸗ jährigen Hofgärtners, deſſen beſtimmte Erbin die Nichte war, zu thun, als um den Anblick der lieb⸗ lichen Jungfrau, und der dritte ei nun! für den fand das gute Röschen ſchon dann und wann einen Augenblick, um ſich ihm während ſeines Beſu⸗ ches, an einem Seitenfenſter, ſichtbar zu machen.

Die zwei Erſten waren der Armeeliferant Luchs und der Leibchirurgus Brandhahn. Beide waren Männer von geſetztem Alter und betraͤchtlicher Cor⸗ pulenz; der Erſte hatte in ſeinem Geſchäft viel gewonnen, ſtand aber in dem böſen Rufe, daß die Armee um ſo mehr dabei verloren habe; der Zweite war dem holden Röschen in dem Tod zuwider, weil er ihr ein Mal einen ſfelettirten Froſch zum Namenstagsgebinde überſendete. Mit dem Dritten aber war es ein anderes Ding. Der Regierungsſecretär Friedau mochte kaum fünf und