— 290—
Verſucher, der ihren Geliebten zu graͤßlichem
und ſuͤndhaftem Beginnen verlocken wolle.
Nun mußte ſie den Gefuͤrchteten hier finden, hier, wohin ſie die peinigendſten Zweifel um das Schickſal ihres Braͤutigams fuͤhrten!
Man ſtand an dem Rande des Glet⸗ ſchers. Die Kraͤfte der Jungfrau waren erſchoͤpft, ſie konnte nicht weiter. Mit der Baſe Werni's, welche auch dem Zuge ge⸗ folgt war, blieb ſie auf den umliegenden Stein⸗ truͤmmern zuruͤck, waͤhrend die Maͤnner und Juͤnglinge muthig in die Eiswuͤſte hineinſchrit⸗ ten und durch Rufen und Schießen dem etwa Verirrten ihre Naͤhe anzeigten.
Nach mehreren, von Marien mit den ſchrecklichſten Empfindungen verlebten Stun⸗ den, kehrten die Maͤnner aus Vieſch von ihrem kuͤhnen Unternehmen zuruͤck. Kein Zei⸗
chen des freudigen Gelingens ward von den
Herannahenden der aͤngſtlich harrenden Marie gegeben. Bei ihrem Berichte ſchwand die letzte Hoffnung. Sie waren vorgedrungen,


