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Alpenblumen : drei schweizerische Erzählungen / von Georg Döring
Entstehung
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286 9.

Marie war außer ſich. Der heutige Tag hatte die langgepflegten Wuͤnſche befriedigen, hatte die Jungfrau auf immer mit dem gelieb⸗ ten Juͤnglinge verbinden ſollen, und ſtatt dieſer Wonne, war ein Unheil uͤber ſie hereinge⸗

brochen, das in ſeinen ungewiſſen Deutungen

ſie auf das Peinlichſte ergriff. So wie es rege wurde im Dorfe, flog ſie von Haus zu Haus und verlangte Kunde von Werni. Niemand wußte etwas von ihm. Die Land⸗ leute verſammelten ſich zu einzelnen Haufen in und vor dem Dorfe. Werni's ſeltſames Verſchwinden war der Inhalt aller Geſpraͤche.

Ploͤtzlich begann es ſchrecklich zu tagen in der Seele der armen Marie. Sie erin⸗ nerte ſich des Geſpraͤches, welches ſie am vor⸗ geſtrigen Abende mit ihrem Braͤutigame gehabt: wie er die Herrlichkeiten geprieſen, welche die Kriſtallkoͤnigin in den hohen Eisgebirgen ver⸗ wahre, um ſie einem auserwaͤhlten Lieblinge