— 285—
theuern Juͤnglinge: aber niemand wollte ihn, ſeit Morgens in der Fruͤhe, geſehen haben.— Kaum hatte Marie das Dorf erreicht, ſo begab ſie ſich in Werni's Wohnung. Sie fand die alte Baſe daheim, welche dem Haus⸗ weſen des Juͤnglings vorſtand, doch keine Kunde von dem Braͤutigam. Nachdem ſie der Alten empfohlen hatte, ihr ſogleich Nachricht zu bringen, wenn Werni etwa fruͤher in ſeinem Hauſe, als bei ihr eintreffen wuͤrde, ging ſie kummervoll zu ihrer Huͤtte.
Der Abend war eingebrochen, ein furcht⸗ barer Sturm durchtobte von dem Gletſcher herab, das Vieſcher Thal. Zwiſchen Angſt und Erwartung getheilt verbrachte Marie eine ſchreckliche Nacht. Ihre Thraͤnen rannen unaufhaltſam; allerlei unbeſtimmte und fuͤrch⸗ terliche Ahnungen beſtuͤrmten ihr Herz.
Endlich erſchien der erſehnte Morgen; Werni aber kam nicht.


