— 273—
Vollmonds im Ruͤcken der Wanderer hervor und warf ihr ſilbernes Licht weithin auf die ſchauerliche Gegend. Die Mondbeleuchtung, von den ſeitabſtehenden vielfachen Eisgipfeln ſeltſam zuruͤckgeworfen, trieb ein wunderbares Spiel mit den ſchroffen Gebilden der Fels⸗ mauer, ſo daß dieſe vor den Blicken Werni's ſich zu bewegen und drohend zu ihm ſich herab zu neigen ſchienen. Der Juͤngling befand ſich jetzt mit ſeinem Fuͤhrer vor einer engen und dunkeln Schlucht, welche zwiſchen der hohen Felſenmauer und einem niedrigern Bergruͤcken ſich hinab wand. In der Tiefe rauſchten die Faͤlle eines wilden Bergwaſſers. Der ſchwarze Herli blieb einen Augenblick an dieſer Stelle ſtehen und, indem er den Arm ſeines jungen Gefaͤhrten ſtaͤrker faßte, ſprach er:
„Da hinab muͤſſen wir! Bleib hart an meiner Seite; laß dich durch nichts irren, was uns auch begegnen moͤge. Die Kriſtall⸗ koͤnigin harrt deiner, ihre Schaͤtze ſind dir beſchieden.“
18


