— 27,—
die alle Außerungen von Wohlwollen und Dankbar⸗ keit, welche ſie an ihn richtete, nicht entfernen konn⸗ ten. Seine Mutter wußte, daß er nach Paris an den Chef ſeines Regimentes geſchrieben, daß er in dem Dunkel der Nacht Cäciliens Gruft beſucht hatte. Was aber jener Brief enthielt, war ihr un⸗ bekannt, und von dem nächtlichen Beſuche ließ Ed⸗ mund ſelbſt kein Wort verlauten. Eines Morgens zeigte er ihr an, daß er wünſche nach Deutſchland zurückzukehren, und daß nun, da er den verlangten Abſchied erhalten habe, der Erfüllung dieſes Wun⸗ ſches kein Hinderniß entgegenſtände. Frau von Nordeck hoffte, daß die Zerſtreuung der Reiſe, das Wiederſehn der Heimath einen günſtigen Ein⸗ fluß auf ihn haben würde, Sie ſelbſt ſehnte ſich in die gewohnten Umgebungen zurück. Die Abreiſe wurde alſo beſchloſſen und von Edmund mit ſol⸗ chem Eifer betrieben, daß ſie ſich ſchon am zweiten Tage auf dem Wege in's Vaterland befanden. Der Abſchied von den Verwandten war innig und herz⸗ lich geweſen, Helene hatte an der Bruſt ihrer Schweſter viel geweint und dem Neffen zum An⸗ denken einen koſtbaren Demantring geſchenkt, den dieſer aber mit ängſtlicher Haſt tief unten in ſei⸗ nen Koffer verpackte.—
Trotz der ſpäten Abendſtunde, in der nach einer


