— 274—
drecy anlangte, ſah er ſich ſtill und feierlich von ſeinen Verwandten empfangen. Alle waren in Trauer gekleidet. Umſonſt forſchte ſein ängſtlicher Blick nach Cäcilien. Sie war nicht unter den Anweſenden. Das Blut ſtockte in ſeinen Adern, er konnte nicht ſprechen, er richtete das bange fra⸗ gende Auge auf die in Thränen ausbrechende Mut⸗ ter. Da ergriff der Oheim ſeine Rechte, führte ihn an's Fenſter und deutete ernſt nach der Kapelle, in der ſich die Familiengruft befand.„Dort ſchläft mein Kind,“ ſagte er dann dumpf und eintönig: „geſtern haben wir ſie begraben.“ Edmund blickte wie beſinnungslos im Kreiſe umher. Der Schlag hatte ihn zu ſchwer, zu plötzlich getroffen. Es dauerte einige Zeit, ehe er Helenen, ehe er ſeine Mutter und Gabrielen wieder erkannte.„Sie iſt todt, todt? Wirklich todt?“ rief er nun und ſah wie bittend, daß man ihm wiederſprechen möchte, nach jedem hin. Mit einer troſtloſen, bejahenden Gebehrde näherte ſich ihm Frau von Nordeck und fluͤſterte ihm zu:„ich weiß, was dir die Todte war. Komm mit mir! Ich habe einen Auftrag von ihr an dich.“ Wie ein Kind ließ ſich Edmund von ſeiner Mutter in das Zimmer führen, das Cäcilia zuletzt bewohnt hatte. Noch lagen hier einige Klei⸗ nigkeiten, die ſie von Edmund einſt zum Geſchenk


