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machten, die immer dauernder wurden. Frau von Nordeck fühlte ſich ernſtlich beſorgt um die Nichte und wollte durch einen Aufenthalt die Reiſe unter⸗ brechen. Cäcilia aber gab es durchaus nicht zu. Helene hatte noch keine Erkenntniß, noch keinen Sinn für fremdes Leiden. Sie freuete ſich und genoß nur ihres eigenen erwachenden und von Tage zu Tage ſich mehr erhebenden geiſtigen Lebens.
Als man nur noch eine Tagreiſe von Landrecy entfernt war, fühlte ſich Cäcilia Abends ſo ſchwach, daß man ſie aus dem Wagen in das für ſie be⸗ ſtimmte Zimmer tragen mußte. Dennoch beſtand
ſie darauf, am nächſten Morgen die Reiſe fortzu⸗
ſetzen. Frau von Nordeck wachte an ihrem La⸗ ger. Sie ſchlief wenig und hatte dann unruhige Träume, in denen ſie oft den Namen Edmund laut werden ließ. Gegen Morgen hörte die Tante ſie einmal leiſe weinen. Als ſie aber theilnehmend fragte, behauptete Cäcilia, Frau von Nordeck habe ſich geirrt, es ſey ihr recht wohl und ſie könne unverzüglich die Weiterreiſe antreten. Wirklich zeigte ſie, als ſie aufgeſtanden war, eine Stärke, die Frau ovn Nordeck überraſchte und ihre Beſorgniſſe ver⸗ minderte. Cäecilia führte freundlich lächelnd die Mutter zum Wagen, die von nichts ſprach, als der


