Teil eines Werkes 
4. Th. (1833)
Einzelbild herunterladen

257

cilien weilten. Er hatte im Stillen bemerkt, daß ſeit Helenens Erſcheinen das Mädchen bleich geworden war, daß ſie das ſonſt ſo gerade getra⸗ gene Köpfchen ſenkte und mehrere Zeichen der An⸗ näherung eines langſamen Siechthums ſich einſtell⸗ ten. Er ahnte eine wunderbare, aus Naturgeſetzen nicht erklärliche, aber der Erfahrung bekannte Wech⸗ ſelwirkung zwiſchen Tochter und Mutter, und beſchloß dieſe ferner aufmerkſam zu beobachten.

Helene hatte indeſſen mit der Schweſter manche ſchoͤne Erinnerung der Jugend erörtert. Plötzlich mitten in der Rede verſtummte ſie. Ihre Hand zuckte nach dem Kopfe, die Augen ſchloſſen ſich, die Röthe wich von ihrer Wange, ſie ſchwankte auf ihr Lager zurück und war nach wenngen Augenblicken eingeſchlafen.

Sie wird anders erwachen, als ſie bisher Mor⸗ gens erwacht iſt; ſagte der Arzt, der zu ihr ge⸗ treten war und ihren Puls geprüft hatte.Das zuruͤckekhrende Geiſtesbewußtſeyn wird ſich ankündi⸗ gen, wenn auch nur noch in matten, dunkeln Reg ungen.

Wie er geſagt hatte, ſo geſchah es. Am näͤch⸗ ſten Tage ſchritt Helene kräftiger und wackerer einher, als man ſie noch bis jetzt geſehen hatte. Einiges Feuer war in ihre Augen, einige Farbe

IV. 17