Teil eines Werkes 
4. Th. (1833)
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Traume der heilige Lucas ſelbſt vorgezeichnet hat. Das jammernde Weib, das hier auf dem wogenden Weltmeer treibt, iſt die einſt ſo ruhmwürdige Roma. Wer lenkt jetzt das Steuer ihres Schiffes, wer gibt

ihm glänzende Segel, daß es ſtolz hinfliegt durch

das Meer der Zeit? Armes Schiff, bald wirſt du verſinken in den Wogen, die dich umſtürmen! Seht hier die todten Weiber in den untergehenden Boo⸗ ten: die eine heißt Babylon, die andre Carthago, die dritte Troja, die vierte Jeruſalem. Alle verdarben durch Ungerechtigkeit, alle hat Roma an Hoheit übertroffen, aber nun erblicken wir auch ſie in ihrem Untergange. Wehe dem Volke, das die heilige Stadt Petri ſinken läßt! Sehet hier das einſame Weib auf einer Inſel im weiten Meere! Das iſt Italia. Sie ſtehet beſchämt, ſie blickt trauernd auf Roma. Sie hat ihre Gebieterin ver⸗ loren, ſie iſt ſelbſt ohne Schutz, ſie kann ihr nicht helfen. Und dort die vier Frauen, die im Ueber⸗ maße des Kummers die Hände ringen und bittere Thränen vergießen? Es ſind die vier Haupttugen⸗ den: die Enthaltſamkeit, die Gerechtigkeit, die Weis⸗ heit und die Tapferkeit. Sie rufen klagend gen Rom hin:Vormals beſaßeſt du alle Tugenden, ſeit ſie dir fehlen, treibſt du unſtät auf dem Meere herum. Wer iſt unter Euch, dem dieſer Anblick