Teil eines Werkes 
4. Th. (1833)
Einzelbild herunterladen

13

die Hauptſtadt der Chriſtenheit herniedergeweint, ſie hat mich ermuthigt, ſie ſelber hat mir eingege⸗ ben, was ich ſagen ſoll. Sah ſie keiner von Euch dort in dem goldnen Wölkchen, das der Sonne zuſchwebt? Nein, nein! Keiner hat ſie geſehen, denn wie vermöchtet Ihr das Himmliſche zu erkennen, da Ihr mit Blindheit geſchlagen ſeyd für das Ir⸗ diſche. Ich aber bin ihr Auserwählter, deshalb er⸗ kenne ich ſie, ich bin ihr Bote, deshalb rede ich in ihrem Namen zu Euch, ich bin ihr Ritter, den ſie ſendet, euch zu befreien aus tiefer Schmach und Sklaverei. Wo gibt es noch Römer und Römerin⸗

nen? Ich ſehe nur Diener und Schmeichler der

Tirannen, nux Feiglinge und Elende, die froh ſind, ihr Leben von einem Tage zum andern zu fri⸗ ſten. Ein Leben ohne Freiheit? Und das Capitol ſtürzt nicht zuſammen, weil die Geiſter des Alter⸗ thums ſich unwillig in ihm regen, die Triumphbö⸗ gen, der Circus, die Bäder ſtehen noch? Fühlt Ihr nicht die Geduld, die der Himmel mit Eurer Schlaff⸗ heit hat? Ihr kennt vielleicht Euere Lage nicht, Ihr habt Euch ſchon ſo daran gewöhnt, daß Ihr Euer Elend nicht empfindet? Hier könnt Ihr es ſchauen, fuhr er fort, indem er einen weißen Stab ergriff und auf das Gemälde deutete,hier auf dieſem Bilde, das mir in einem oſſenbarungsvollen