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anſehnlichen Bibliothek des Doctors und der ſchö⸗ nen Alleſſandra bemächtigen, um ſich bezahlt zu machen, ſo trat gewöhnlich ein junger römiſcher Edelmann, Namens Riccardo di Solano, in's Mittel, befriedigte die ungeſtümſten Mahner und wußte die andern durch beredte Vorſtellungen zur Ruhe zu verweiſen. Dieſer junge Röͤmer lebte ſeit einem Jahr als Penſionär im Hauſe des Doctors, lag hier auf's Eifrigſte den Studien ob und hoffte, in den nächſten Tagen von dem Grade eines Bac⸗ calaureus, den er bereits erreicht hatte, ſich zu der Würde eines Doctors empor zu ſchwingen. Die An⸗ nehmlichkeiten ſeiner Perſon und ſeines Umganges würden ihm viele Freunde gewonnen haben, wenn er ſich nicht ganz auf das häusliche Leben bei dem Doctor beſchränkt und alle geſelligen Zuſammenkünfte gemieden hätte. Man wußte, daß er reicher Leute Kind war, manche Mutter dachte ſeufzend an ihn, wenn ſie ihre heirathsfähige Tochter betrachtete; aber es war da nun nichts anders zu machen und Ric⸗ cardo galt für eben ſo unempfindlich gegen die Lei⸗ denſchaft der Liebe, wie ſeine gelehrte Hausgenoſſin.
„Stille Waſſer ſind betrüglich!“ ſagt ein altes Sprichwort und ſo war es auch hier. Freilich ſchaute der junge Römer nicht aus dem Hauſe, um ſein Herz an die rechte Adreſſe zu bringen, ſondern viel⸗


