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jetzt konnte ich mir erklären, warum ſie in der letzten Woche ſo viele Unterrichtsſtunden verſäumt habe, jetzt glaubte ich auch zu errathen, was Vir⸗ gilius im Geheim mit der Familie, mit dem Theaterintendanten und dem Direktor zu verhandeln gehabt habe. Aber zu welchem Ende, zu welchem Zwecke? Lauerte dahinter vielleicht die Rache, die Giulietta an Caroli zu nehmen ſich vorgeſetzt hatte? Ich begriff es nicht, ich mußte mich ent⸗ ſchließen, geduldig die Auflöſung dieſer wunderlichen Räthſel zu erwarten. Auf jeden Fall dünkte mich, daß Röschen mir nun weit näher ſtehe, daß eigent⸗ lich eine Verbindung zwiſchen uns keine Mißheirath genannt werden könne, indem ihre Kunſt ſie adle und, wenn ich morgen ſchon meine Bewerbung an⸗ brachte und ſie dem weitern Theaterleben entzöge, auch dieſes in ſeiner eintägigen Dauer auf keiner⸗ lei Weiſe ihrem Rufe nachtheilig ſey könne.
Der Beifall, welcher der fremden Sängerin ge⸗ zollt wurde, ſtieg mit jeder Scene, in der ſie er⸗ ſchien. Zechi aber wollte durchaus nicht anſprechen: er ſchien zerſtreut, verblüfft, ohne Leben und ohne Kraft. Erſt als das Finale des erſten Aktes be⸗ gann, wurde er wieder der alte. Mir kam es vor, als habe er ſich durch geiſtige Getränke erhoben. Mit frivolem, höhnendem Muthwillen verfolgte er


