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ſich lauſchend, mit verklärtem Angeſichte, höher em⸗ por. Ich ſelbſt fuhr betroffen auf und ſah fragend nach Röschen hin, die beſchämt und verwirrt in der Mitte des Zimmers ſtand. Ein langer, beben⸗ der und vom leiſeſten Piano zur höchſten Fülle anſchwellender Ton einer weiblichen Stimme drang aus der klaffenden Thüre eines Nebengemaches, im reinſten toskaniſchen Dialekte, tief aus metallreicher Bruſt hervorgezogen, vernahm ich die erſten Worte eines beginnenden Adagio's:„Abandonnata io sono.“
Die Cantatricce.
Es war ſo ſtill im Krankenzimmer geworden, daß ſelbſt jeder Odemzug der Anweſenden unter⸗ drückt ſchien. Nur die Stimme der unſichtbaren Sängerin, ſich in Gehalt und Manier immer groß⸗ artiger entfaltend, zog herrſchend durch die ärmlichen Räume, die mich jetzt fremder, als zuvor dünkten, da ein ſo vollendeter Geſang wie dieſer, nur in den Salons der Großen, in den Conzertſälen der vornehmen Welt einheimiſch zu ſeyn pflegte. Der Kranke war von dem höchſten Enthuſiasmus ergrif⸗ fen. Er lächelte und weinte durcheinander, er drückte mir an vielen Stellen convulſiviſch die Hand und richtete die verzückten Blicke zum Himmel, als werde ihm von dort eine beſeligende Offenbarung.


