Teil eines Werkes 
3. Th. (1833)
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Auf einem elenden, verſtimmten Spinet begleitete ſich die mitternächtliche Sängerin. Ich mußte mich lange darauf beſinnen, was es eigentlich war, das mich bekannt aus der Art ihres Vortrags anſprach. Die ſchwierigſten Läufe, die kühnſten Paſſagen warf ſie mit bewundernswürdiger Leichtigkeit hinz wenn ſie nun aber in ein klagendes Cantabile überging, in eine ſanfte rührende Melodie, in der ſich der Schmerz eines tiefgebeugten Gemüthes ausſprach, das von unnennbaren, geheimnißvollen Leiden er⸗ griffen war; dann ſtieg es mir auf, wie eine leiſe Ahnung, als habe der Geiſt, der in dieſem Vortrage lebte, ſchon zu mir geredet, dann drang in meine Seele ein wunderliches Grauen, ein widerſprechen⸗ des Spiel von Wonne und Pein, das ſchon einmal meinem geiſtigen Weſen ſich aufgedrängt haben mußte. Plötzlich bei einem Übergange, den die Sängerin machte, wurde mir Alles klar. Denſel⸗ ben UÜbergang hatte ich von Signor Zechi gehört, jenes Wunderbare, Schauerige, was in ſeinem Ge⸗ ſange vorherrſchte, waltete auch über dem der Un⸗ bekannten; es war, als habe eine Schule ſie ge⸗ bildet, als beſeele ſie ein und derſelbe muſikaliſche Geiſt, in allen kleinen Nüancen ſchienen ſie mir jetzt ſo übereinſtimmend, daß nichts ſie ſonderte, als die Verſchiedenheit der Stimmlagen.