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kranken Mannes, und er lebte doch fort und fort in der Freude der Täuſchung, daß er wahrhaft und begeiſterungsvoll die Muſik liebe, obſchon er nur ihr Zerrbild, ihre gemeine Allerweltslarve, wie ſie vor ihn trat, für die göttliche nahm.
„Und die Luſt dazu hat Sie noch immer nicht verlaſſen, wie es ſcheint?“ warf ich leicht hin.
„Dieſe Luſt iſt unſterblich wie meine Seele,“ verſetzte er ernſt:„aber die Macht, ſelbſt thätig zu ſehn, iſt mit der Kraft meines Körpers gebrochen! Die Noth und das Elend haben auch Arges ge⸗ than an mir. Meine Orgel mußte ich verkaufen, um den Miethzins zu bezahlen, die Geige nahm der Apotheker auf ſeine Rechnung an. Meine Flöte iſt noch da, Herr Baron, ſie ruht zu meinen Füſ⸗ ſen, ſie wird da ruhen, bis ſie mir in's Grab ge⸗ geben wird, denn der Odem fehlt mir ſie zu bele⸗ ben, auch nur noch einmal ſie zum Abſchiede von der Muſik ertönen zu laſſen. Aber hören kann ich noch, Herr Baron,“ fuhr er mit leuchtenden Augen fort.„Das Gehör hat mir die Güte Got⸗ tes gelaſſen, und wenn ein Vogel draußen zwit⸗ ſchert, wenn ein vorübergehender Knabe ſingt, wenn ein Orgler oder Geiger auf der Straße ſpielt, wenn gar ſie—“ In dieſem Augenblick ſchwieg er und richtete


