Teil eines Werkes 
2. Th. (1833)
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than, mein Fräulein! Sie haben mich der Welt, Sie haben mich dem Leben wieder gegeben, Sie haben mehr gethan: Sie haben meine Ehre wieder hergeſtellt. O, ſtehen Sie auf, laſſen Sie mich Sie nicht länger in dieſer Stellung ſehen, die uns beide entwürdigt, erlauben Sie, daß ich Sie zu meiner Mutter führe, die Sie als einen Engel des Glücks, der in unſer Haus getreten, ſegnen wird!

Hedwig war überraſcht von dem unerwartet ſchnellen Erfolg, den dieſe erſte Zuſammenkunft her⸗ vorgebracht hatte. Zwiſchen Zweifeln und Hoffnun⸗ gen getheilt, ſchwankte ſie, auf Ottokar's Arm geſtützt, dem Hauſe zu. Sie fürchtete einen Nück⸗ fall, allein das Benehmen des jungen Mannes blieb ſo offen, ungezwungen und edel, ſein ganzes Weſen ſprach körperliche und geiſtige Freiheit ſo lebendig aus, daß ſie mit der freudigen Überzeugung, Gott habe ihr Werk gelingen laſſen, das Schloß betrat.

Welche beſeligende Uberraſchung für Mutter

und Schweſter, die ſo eben von ihren Gäſten ver⸗ laſſen worden waren, Ottokar'n in einem Zu⸗

ſtande zu ſehen, der ſeine völlige Geneſung, die Rückkehr zu Kraft und Geſundheit auf einem wun⸗ derbar ſcheinenden Wege beurkundete! Dieſes Große hatte ſchon Hedwigs bloße Erſcheinung auf den Mann gewirkt, wie konnte nicht der Verein