Teil eines Werkes 
2. Th. (1833)
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wig ſah jetzt nur Eins vor Augen: die Nothwen⸗ digkeit, zu dem Unglücklichen zu eilen, nach ihren Kräften auf ihn zu wirken und das Ubrige Gott anheimzuſtellen. An den Aufenthalt im Kloſter band ſie keine Feſſel. Sie reiſste gleich am andern Tage, nachdem ſie den Brief empfangen hatte, ab. Nichts konnte auf dem Wege ihre Eile hemmen. Schon am Abende des dritten Tages ſtieg ſie an dem Gartenthore von Ottokar's Gut ab.

Sie hatte dieſe Stelle gewählt, weil ſie in der Ferne vor dem Hauptthore mehrere Wagen halten ſah und nicht gern vor fremden Zeugen zum erſten⸗ male Ottokar's Mutter und Schweſter begrüßen wollte. Dieſer Auftritt konnte Gemüthserſchütterun⸗ gen hervorbringen, bei denen jedes Fremden Gegen⸗ wart läſtig fiel. Sie betrat die ſchattigſten Gänge des Gartens, um hier die Zeit bis zu einem gün⸗ ſtigern Augenblicke hinzubringen. Immer tiefer verlor ſie ſich in die dunkeln Boskets, in die hohen dämmerigen Alleen, die ſeit Jahrhunderten hier Kühlung zu ſpenden ſchienen. Ottokar's Bild ſtand lebendig vor ihrer Seele. Sie dachte ſich ihn bleich und abgehärmt, unter dieſen Linden ſei⸗ ner Schwermuth nachhängend, wie die Schweſter ihn geſchildert. Da vernahm ſie hinter einer Cy⸗ preſſenwand ein tiefes Schluchzen dann ein lautes