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Gericht geſtellt worden„ das ihn zum Tode verur⸗ theilte, die Monarchin milderte auf die Bitte der Tochter, die ſich ihr zu Füßen warf und um Gnade flehete, dieſe Strafe in lebenslänglichen Feſtungs⸗ arreſt. Aus dieſem befreiete ihn, deſſen Geſundheit die Reue untergrub, ſchon nach einem halben Jahre der Tod. Hedwigs Stiefmutter trennte ſich nun von dem Mädchen, deſſen geiſtige überlegenheit ihr ſchon ſeit lange zur Laſt fiel, und begab ſich zu ihren Verwandten. Hedwig ſelbſt, durch das Schickſal des Vaters tief verwundet in ihren heilig⸗ ſten Empfindungen, in ihrem Ehrgefühle, ſuchte und fand Gelegenheit„als Koſtgängerin in ein Kloſter zu kommen. Hier glaubte ſie vor bittern, gallſüchtigen Bemerkungen ſicher zu ſeyn, die auf ſie, als die Tochter eines bekannten Landesverräthers, fallen könnten; allein ſie mußte bald einſehn, daß ſie geirrt habe. Nicht ſo leicht findet irgendwo ſonſt der Neid, die Schmähſucht eine Stätte, als an dieſen Orten, die nur ein Aſyl für das von der Welt tief gebeugte Gemüth ſeyn ſollten. Bald war das Gerücht von den frühern Schickſalen Hed⸗ wigs, von des Vaters Verbrechen und Strafe in das Innere des Kloſters gedrungen, ausgeſchmückt mit Übertreibungen, die Hedwig ſelbſt als eine Mitſchuldige bezeichneten. Sie ſah ſich beleidigt,


