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„Ich habe Sie gerettet, mein Herr, aber glau⸗ ben Sie mir, kein Gefühl der Achtung, nicht der Wunſch, ein würdiges Leben zu erhalten, hat mich hierzu bewogen; nur das Mitleid, nur eine Theilnahme, wie ich ſie einem zum Tode verurtheil⸗ ten Verbrecher ſchenken würde! Derjenige, der die Ehre ſeines Namens befleckt, wie Sie, mein Herr, iſt der Freundſchaft eines edlen Mädchens unwerth; einen Spion kann Hedwig von Sternberg nur verachten!“
Mit dieſen Worten verſchwand ſie raſch durch die Thüre, die ſie hinter ſich verſchloß. Ottokar ſtand vernichtet. Er ſah ſtumm und betäubt auf den Eingang, durch den ſich Hedwig entfernt hatte. Das ſchreckliche Wort hatte ſeine Geiſtes⸗ und Kör⸗ perkräfte geläͤhmt. Endlich konnte er wieder den⸗ ken, aber zu ſeinem Unglücke! Er überſah das Entſetzliche ſeiner Lage, er ſah ein, daß er von ſeinem Vorgeſetzten, der ihn vorgeblich in einem Pri⸗ vatgeſchäfte, für das er ſeine Gefälligkeit in An⸗ ſpruch genommen, zu dem Baron geſandt hatte, auf das Schimpflichſte mißbraucht worden ſey, daß er in der That die Laufbahn eines Spions betreten habe, daß nun auf ſeiner Ehre ein unauslöſchlicher Flecken hafte. Ein Schwindel ergriff ihn, ſeine Gedanken verwirrten ſich, dumpfer und heftiger
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