Teil eines Werkes 
2. Th. (1833)
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Frauen, ſie geſtand ſich, daß ſie dieſen an Schoͤn⸗ heit nicht nachſtehe, ſie bemerkte, daß die jungen Männer, Edelleute und Patricierſöhne ſich mehr zu ihr drängten, als zu andern, allein in dieſem Augen⸗ blicke hatten auch ihre Träumereien ihr Ziel erreicht, denn ſie begann ſich vor ſich ſelbſt zu ſchämen, daß ſie ſolchen thörichten Gedanken, die ihr bisher fremd geblieben, Raum in ihrer Seele geben konnte. Wie die Zeit doch Alles zerſtört, wie ſie es liebt, zu vernichten ſtatt zu erhalten! ſagte indeſ⸗ ſen Seldow, der ſich nach dem Gaſthauſe, vor dem ſie ſtanden, gewandt und dieſes nachdenkend betrachtet hatte, mehr zu ſich ſelbſt, als zu An⸗ tonien.Dort oben, wo jetzt die weiten, dunkeln Mauerſpalten herabklaffen, wohnte ich einſt. Da war eine Reihe prächtiger Zimmer mit Marmor⸗ wänden und fein getäfeltem Fußboden, die ich im geſtickten Kleide, mit dem Cavalierdegen an der Seite, im ſtolzen Selbſtgefühle eines großen Maeſtro durchſchritt. Die Diener lauſchten meinen Befeh⸗ len, ſie gehorchten meinem Winke, und die Gäſte ließen es ſich wohl ſeyn an der Tafel des groß⸗ müthigen italieniſchen Maeſtro. Was die Zeit an

dem Hauſe gethan hat, das hat ſie auch an mir

gethan. Das Haus iſt eine Ruine ſeiner alten Größe geworden, und mit mir iſt es auch nicht