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wenige Blumen gepflückt hat, aber um ſo mehr von Dornen verletzt worden iſt. Ihre Eltern, ihr Bru⸗ der haben nicht gut, nicht recht an ihr gehandelt. Sie hatte ein weiches Herz, und das brach an der Strenge, die ihr entgegentrat. Aber ich will Alles vergeſſen, ich will Alles für ungeſchehen achten, wenn ſie dich freundlich aufnehmen, wenn ſie der Enkelin die Liebe ſchenken, die ſie der Tochter verſagten!“
Antoniens Blicke hingen an den erleuchteten Fenſtern. Dort alſo war der Schauplatz ihrer Zu⸗ kunft, dort ſollte ſie ein Glück finden, das nicht allein der Reichthum, das ein neues ſchönes Ver⸗ hältniß in der Mitte von Verwandten gewährte! Ihre lebhafte Phantaſie malte ſich ſchon Alles auf das Freundlichſte, Herrlichſte aus. Sie ſah in das Innere der Zimmer, ſie ſah Geſtalten, die ihr bis⸗ her fremd geweſen waren, die aber gütig ihr ſich näherten, ſie mit freundlichen Namen begrüßten und ſie behandelten wie eine der Ihrigen. Die weib⸗ liche Eitelkeit miſchte ſich in die Bilder, welche ihr die raſtlos ſchaffende Phantaſte vorführte. Sie ſah ſich ſelbſt, nicht mehr in dem einfachen ſchlichten Kleide, das ſie trug, nein! in Seide und Sammet gekleidet, mit goldenen Ketten, mit Perlen und Sdelſteinen geſchmückt. Sie ſah ſich unter andern


