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anders. Der Name Seldoni iſt verſchollen, Nie⸗ mand gedenkt ſeiner mehr, und mit den Klängen, die in jener Zeit ſeine Hand mächtig aus dem Saitenſpiele zu locken wußte, iſt er einer todten, ſtarren Vergangenheit heimgefallen, die wie ein Leichenſtein auf ihm ruht.“
Mit einem tiefen Seufzer ergriff er der Toch⸗ ter Hand und führte ſie in das Haus. Der Haus⸗ gang war dunkel, und es herrſchte ringsum eine Stille, welche der Verödung des einſt ſo glänzenden Gaſthofes entſprach. Endlich entdeckten die for⸗ ſchenden Wanderer eine Spalte in einer Thüre, durch die ein dämmerndes Licht ſchimmerte. Sle hoͤrten eine Frauenſtimme ein geiſtliches Lied ſum⸗ men, die aber plötzlich abbrach und in einem kei⸗ fenden Tone auf eine andere, grämlich antwortende hineinſprach und ſchalt. Seldow öffnete die Thüre. Ein altes Weib, deſſen abſchreckende Häß⸗ lichkeit durch einen nachläſſigen Anzug ſehr ver⸗ mehrt wurde, trat ihnen mit argwöhniſchen, fra⸗ genden Blicken entgegen. In einem Winkel des düſtern Gemachs ſaß hinter einem Spinnrade ein junges Mädchen, das ihre Dienerin zu ſeyn ſchien, und in ſeinem ganzen Weſen den Ausdruck der Stumpfſinnigkeit und Trägheit zeigte. Eine Lampe an der Decke des Zimmers verbreitete ein mattes


