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kennen, daß auch ſie ihm recht von Herzen gut ſey, daß ſie ihr ganzes Leben an ſeiner Seite durch das Thüringerland hätte hinwandern können, daß es ihr jetzt beſonders deshalb ſo ſchön erſcheine, weil er dort lebe. Dieſe Empfindung trat nun auch vor dem neuen Glücke, das ſie erwartete, in den Hintergrund. Es war ihr, als müſſe ſich nun Alles, was ſie bisher von der Zukunft gehofft, weit herrlicher und in einer Beglückung geſtalten, für die ſie keinen eigentlichen Begriff hatte. Aus der Tiefe ihrer Erinnerungen traten wunderliche Mär⸗ chen hervor, die ihr die Mutter einſt erzählt, in denen Alles von Gold und Edelſteinen geglänzt, und zuletzt ein wunderſchöner Prinz ein armes Mäd⸗ chen mit ſeiner Hand beglückt hatte. Sie bemühete ſich, dieſe Träumereien als thörigt zu verwerfen, aber ihre Phantaſie war mächtiger als ihr Wille. Während die beiden Wanderer ſo ihren Weg fortſetzten, und durch die einbrechende Dämmerung ſchon das Stadtthor ſehen konnten, geſellte ſich ein ältlicher Mann in Bediententracht zu ihnen und betrachtete ſie mit neugierigen Blicken. Der Har⸗ fenſpieler blieb ſtill, aber ein Blick auf die Livrei des Unbekannten belehrte ihn, daß er einen Diener des Hauſes vor ſich ſehe, in das er Antonien als eine Angehörige, als eine Berechtigte auf ſeinen


