Teil eines Werkes 
2. Th. (1833)
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zu haben, was ſie in der Heimath aufgegeben hatte. Wir befanden uns gerade zur Sommerszeit in mei⸗ nem Vaterſtädtchen in Thüringen, als mir Clau⸗ dia das erſte Kind, einen Knaben, ſchenkte. Du weißt, Antonie, daß von dieſer Zeit an unſer Mißgeſchick begann. Das Kind ſtarb, deine Mut⸗ ter fing an zu kränkeln. Noch mehrere Kinder, denen ſie das Leben gab, hatten daſſelbe Schickſal;

Du, Antonie, das jüngſte, biſt mir geblieben,

deine Mutter verſank nach und nach in einen Zu⸗ ſtand von Schwäche, der mir nur ſelten erlaubte, ihr Krankenlager zu verlaſſen. Dann kam noch das Unglück über mich, daß ich bei der letzten Reiſe in eine nahe Hauptſtadt mit dem Wagen ſtürzte und den Arm zerbrach. Er wurde wieder geheilt, aber die alte Spannkraft der Nerven war verloren, und aus einem großen Meiſter wurde ich ein Stümper, der ſich begnügen mußte, ſein Schärf⸗ lein auf Meſſen und Jahrmärkten zuſammenzuklim⸗ pern. Dein gefundes Aufblühen erhob indeſſen auch die Kraft der Mutter wieder, ſie konnte ihr Lager verlaſſen und wir durften Beſſerung hoffen. Das Alles weißt du, Antonie, aber das weißt du nicht, daß Claudia, von dem Verluſte der Kinder, den ſie für eine Strafe des Himmels anſah, ſchwer ge⸗ troffen, voll Reue an ihre Eltern zurückdachte, daß