wir zurück. Ich raubte ihnen die Tochter, aber ihr Geld wollte ich nicht. Die damaligen kriegeriſchen Zeiten waren unſerer Flucht günſtig. Man ſchlug ſich wegen der ſpaniſchen Erbfolge in Bayern, die Verbindungen waren unterbrochen, und ich wußte unſere Reiſe ſo wohl einzurichten, daß wir wenig unter den Kriegsbedrängniſſen zu leiden hatten, und den etwaigen Verfolgern unſere Spur ent⸗ gehen mußte. Wir kamen glücklich im Thüringer⸗ lande, meiner Heimath, an. Hier hoffte ich meine Eltern wiederzuſehen, um die ich mich freilich, waͤh⸗ rend meines luſtigen und herrlichen Lebens in Ita⸗ lien, wenig gekümmert hatte, aber ſie waren todt, und die alten Freunde, nach denen ich fragte, wa⸗ ren auch geſtorben oder verſchollen. Das war die erſte bittere Erkenntniß, die uns traf. Ich hatte gehofft, meine Claudia in ein freundliches, häus⸗ liches Leben, wie ſie es ſich wünſchte, einzuführen; ich wollte, während ſie ruhig bei den Eltern blieb, in großen Städten meine Kunſt geltend machen. Das wurde nun anders. Sie reiſte mit mir, ſie lernte nun das Künſtlerleben auch von ſeinen dun⸗ keln Seiten kennen. Aber die innige Liebe zu mir, die ſie immerfort beſeelte, erhielt ſie ſtark und hei⸗ ter. Selten gedachten wir der Eltern und des Bruders; ſie glaubte in mir Alles wiedergefunden
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