Teil eines Werkes 
2. Th. (1833)
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des Mädchens, zog es neben ſich auf die Bank und unterbrach das lange Schweigen, indem er in einem bedeutungsvollen Tone, der etwas eigenthümlich Herbes hatte, ſagte:

Ahnſt du nichts bei dem Anblicke dieſer Stadt, Antonie? Zieht ſie dich nicht an mit einer uner⸗ klärlichen, beſondern Gewalt, iſt es dir nicht, als ob ſie der Nuhepunkt unſeres langen Wanderlebens werden ſollte?

Das Mädchen blickte den Alten unbefangen an. Sie war ſeiner Launen, des wunderlichen Wechſels in ſeiner Gemüthsſtimmung zu ſehr gewohnt, um über dieſe Frage ein Befremden zu empfinden. Sie ſah noch einmal nach der Stadt, dann ſchüttelte ſie das blonde Lockenköpfchen und antwortete:

Dieſe dunkeln Mauern, dieſe hohen, ſchwarzen Dächer können mir nicht gefallen. Da behagte es mir weit beſſer in unſerm kleinen freundlichen Städtchen im Thüringerlande. Aber dort drüben die blauen Berge und die ſtrahlenden Schneegipfel, in ihnen liegt eine unwiderſtehliche Sehnſucht und eine Lockung nach oben, nach andern Höhen, wo Alles noch weit herrlicher und ſchöner glänzt, und wenn die Glocken hineinläuten und ſingen, dann iſt es mir, als ſprächen ſie eine Einladung in jene himmliſchen Höhen, und ich meine, ich wäre wie⸗