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faltete unwillkührlich die Hände, als jetzt in vol⸗ lem, melodiſchem Geläute die Vesperglocken aus der Stadt herüberklangen. In ihren Geſichtszügen, in den Blicken ihres großen, blauen Auges lag der unbewußte Reiz der Unſchuld, allein es ſprach auch aus ihnen etwas Schwärmeriſches, was die Nei⸗ gung ihrer Seele, manche Erſcheinungen der Außen⸗ welt anders aufzunehmen, als ſie wirklich waren, verrieth. Wie in ihren Mienen, trat auch in ihrer Geſtalt mehr die gewinnende Anmuth, als die ge⸗ bieteriſche Schönheit hervor. Sie war ſchlank ge⸗ wachſen, aber nicht groß, ihre Bewegungen waren zierlich, ohne durch eine beſondere Aufmerkſamkeit, welche ſie ihnen gewidmet hätte, geregelt zu ſeyn. Sie trug eine einfache Kleidung, die mit dem ſchlich⸗ ten Oberrocke ihres Begleiters übereinſtimmend er⸗ ſchien. 4 d
Der Alte, deſſen Haupt die Jahre oder die Sorge grau gefärbt und gebeugt hatten, wandte indeſſen ſeine Blicke nicht von den Thürmen der Stadt. Mancherlei Gedanken ſchienen durch ſeinen Kopf zu gehen. Bald zeigte ſich auf ſeinem ge⸗ furchten Angeſichte ein düſteres Lächeln, bald ein ſtolzer Trotz, bald eine finſtere Unruhe, die zuletzt die Oberhand behielt und in einer dunkeln Wolke auf ſeiner Stirn ſchwebte. Er ergriff die Hand


