Teil eines Werkes 
2. Th. (1833)
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Einem der nördlichen Thore der freien Reichsſtadt Augsburg näherte ſich an einem heitern Maitage des Jahres 1734 ein alter Mann, den ein junges Mädchen mit der Harfe auf dem Rücken begleitete. Der Frühling ſtand gerade in ſeiner vollen Pracht und die Ausſicht über die Stadt hin, die in Blü⸗ thenbäumen halb verſteckt lag, nach den blauen Bergen Tyrols und ihren höher überragenden Schnee⸗ gipfeln, war entzückend. Der alte Mann ſetzte ſich auf eine Bank am Wege, und ſah mit finſtern Blik⸗ ken auf die Stadt, während das Mädchen mit dem

Ausdrucke des Vergnügens, welches der Reiz der

Neuheit und eines erhabenen Eindruckes hervor⸗ bringt, ſeine Augen auf die Alpen und Schneehäup⸗ ter im Hintergrunde richtete. Sie beobachtete dann auch wohl verſtohlen und forſchend ihren Begleiter, ihre Miene ſagte, daß ſie wohl gern an dieſen einige

Fragen thun möchte, allein daß ſie auch nicht wage,

ihn in dem finſtern Sinnen, dem er ſich hingege⸗ ben hatte, zu ſtören. Sie empfand nur ſtill und freudig für ſich, ſie lächelte nach den Blüthenbäu⸗ men und nach den glänzenden Eisbergen hin, ſie