1 165 ihrem Herzen, es litt ſie nicht,— ſie ſprang mit bloßen Fuͤßen, leichtverhuͤlltem Buſen und aufgeſtreiften Armen vom Bette der Magd auf, und ging, wie vom Wahnſinn gepeitſcht, bei des Vaters Zimmer voruͤber, welcher die Thuͤre ſchnell aufriß, und in neu⸗ erwachendem Zorne ihr harte Worte nachrief. Sie floh in den Garten, ein pfeifender Wind ſchlug die Gartenthuͤre zu, und nun ſtand ſie auf dem offenen Felde. Eine finſtere, grau⸗ envolle Nacht ſchwebte uͤber der Erde, Roſa ſtand in der Finſterniß, und wußte nicht, wohin,— ſie ging einige Schritte vorwaͤrts, — hielt an,— und jetzt durchblitzt ein Ge⸗ danke die Nacht ihres Herzens,— der letzte
Hoffnungsfunke ſenkte ſich in ihr traurendes Gemuͤth.— Ha!— rief ſie,— vielleicht hat er Erbarmen, der mich ungluͤcklich machte. Der Freiherr wird frei ſeyn wollen von Miſ⸗ ſethat,— der Edelmann wird edel ſeyn;— ich will zu ihm,— will bittend ſeine Knie umfaſſen, und Gerechtigkeit erflehen, wo ich


