156 werden, und ich vielleicht die Metze des Frei⸗ herrn bleiben? Nein, nein! Mein Kind er⸗ blicke die Welt und dann, ungluͤckliche Ma⸗ ria, die des Vaters Haͤrte toͤdtete, hoͤre ich das Rufen deines Geiſtes aus des Brunnens Tiefe. Ich will ihn verſoͤhnen! Mutter! rief ſie, jetzt der kranken Mutter die Hand rei⸗ chend, zu: Du biſt an meinem Ungluͤcke ſchuld! Dein Stolz entriß mich meinem Him⸗ mel, ich fluche Dir nicht, aber bitte fuͤr meine Seele, wenn ſie das Licht des ewigen Lebens nicht mehr ſchauen darf, ob meiner Miſſethat und Deiner Eitelkeit!“—
So ſprach ſie, und ſank in Kraͤmpfen vor der Mutter Schmerzensbett zur Erde nieder; ihre Sinne wichen und die herein⸗ tretende Magd rief die Scheintodte in's Leben zuruͤck.
Der Vater hatte den letzten Verſuch ge⸗ macht und an den Freiherrn geſchrieben. Es war zu ſpaͤt; des Freiherrn Vermaͤh⸗ lung war bereits vollzogen!


