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Des Pfarrers Tochter im Taubenhayn : Volkssage nach Bürgers Ballade dargestellt / von Ew. Dietrich
Entstehung
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. 29 Ein Pariſer Meiſter hatte hier ein wahres Kunſtwerk vollendet. Es war ein koſtbares Himmelbett mit ſeidenen, goldgeſtickten Vor⸗ haͤngen, koſtbaren Matratzen, ſeidenen, geſtick⸗ ten Decken, neben dem Bette prunkte das Bild des jungen Herrn und uͤber ihm das Falkenſteinſche Wappen: ein Falke, der eine Taube raubt;— neben dieſem war ein leeres Schild, fuͤr das Wappen der zu Er⸗ waͤhlenden. Wird im Glanze des Schein⸗ gluͤcks auch die Neuerkorne gluͤcklich ſeyn? ſagte eben der junge Prediger, da repetirt die Seigeruhr des Zimmers, und ihre Sil⸗ berglocken toͤnen ein Lied Petrarca's.

Und in dieſem Augenblicke trat Roͤs⸗ chen, ſchoͤn wie der jugendliche Morgen, in's Zimmer, und ergluͤhte in jugendlicher Schaam, als ſie ſich vor dem Torus, dem Ehebette des jungen Herrn, ſah und ſprach, den jun⸗ gen Pfarrer kaum bemerkend, denn ihre Au⸗ gen ruhten auf dem Bilde des Freiherrn,