23 Amalia. Man rief ſie Roͤschen oder Roſa. Die Erziehung der Soͤhne hatte ſich der Va⸗ ter vorbehalten, die der Tochter uͤberließ er ganz der Mutter, und fruͤh wußte das ſonſt brave Weib den Keim der Eitel⸗ keit in den Buſen des wunderhold bluͤhen⸗ den Maͤgdleins zu legen, nicht ahnend, daß ſie ihr ungluͤcklichen, namenloſen Jammer und Verderben bereitete.———
5.
In den Zeiten, wohin die Sage die Be⸗ gebenheit, die wir erzaͤhlen, verlegt, herrſchte in den Haͤuſern der proteſtantiſchen Pfarrer Ernſt und ſtrenge Sitte.
Weder der Pfarrer, noch ſeine Frau und Kinder durften an oͤffentlichen Aſſembleen, Feſtins und rauſchenden Luſtbarkeiten, am
Spiel und Tanzen Antheil nehmen. Se 5 ſollten in jeder Hinſicht ein Beiſpiel fuͤr
Andere ſeyn, und dieſe ſtrenge Zuruͤckgezogen⸗


