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kein Kind fragte ihn unbefangen nach Zeit und Stunde, kein Mann oder Weibsbild wagte je, Scrooge um den Weg nach dieſem oder jenem Orte zu fragen. Selbſt die Hunde der Blinden ſchienen ihn zu kennen, denn ſobald ſie ihn kommen ſahen, zogen ſie lieber ihre Herren in Thor⸗ wege und Höfe hinein und wedelten mit den Schweifen, als wollten ſie ſagen:„Komm, armer blinder Mann! kein Auge iſt noch immer beſſer als ein böſes!“
Was kümmerte Scrooge ſich aber darum? Gerade ſo⸗ wollte er es haben. Sich abſeits und hehlings durch die übervollen Pfade des Menſchenlebens durchzuwinden, jede Sympathie der Menſchen vor Annäherung zu verwarnen, war, was man im gemeinen Leben das„Steckenpferd“ un⸗ ſeres Scrooge nannte.
So begab es ſich einmal, daß unter allen guten und feierlichen Abenden des Jahres am heiligen Weihnachts⸗ abend der alte Scrooge allein und noch am Geſchäft in ſeinem Comptoir ſaß. Das Wetter draußen war kalt, fro⸗ ſtig, beißend kalt, und überdem noch nebelig, und er konnte auf dem Hofe draußen die Leute keuchend und in die Hände puſtend auf⸗ und abgehen hören, konnte vernehmen, wie ſie die Hände über der Bruſt zuſammenſchlugen und mit den Fü⸗ ßen auf den Pflaſterſteinen ſtampften, um ſich zu erwärmen. Die Glocken von den Thürmen der City hatten zwar erſt drei Uhr geſchlagen, allein es war bereits ganz dunkel; es war den ganzen Tag über nicht hell geweſen und die Lich⸗ ter blinkten aus den Fenſtern der benachbarten Comptoirs wie röthliche Schmutzflecken auf der handgreiflich dicken braunen Luft. Der Nebel drang zu jeder Ritze und durch jedes Schlüſſelloch herein, und war draußen ſo dicht, daß, wiewohl der Hof unter die kleinſten und ſchmalſten ge⸗ hörte, die Häuſer drüben doch eher Geſpenſtern ähnlich ſa⸗- hen. Sah man die ſchmutzige dichte Wolke ſich ſchwer⸗ fällig herniederſenken und Alles ringsum verdunkeln, ſo hätte man glauben mögen, Frau Natur wohne hart nebenan und koche und braue jetzt eben in größtem Maßſtabe.
1 Die Thür von Scrooge's Comptoir ſtand weit offen,


