der Thuͤre ſeines Magazins zu leſen:„Scrooge und Mar⸗ ley,“ und junge Anfänger und andere in Handelsſachen minder vertraute Perſonen pflegten Herrn Scrooge bald mit ſeinem eigenen Namen, bald mit Marley anzureden, aber er ging auf beide Namen und machte ſich nichts daraus.
DO der alte Scrooge war ein Mann bei der Spritze, wie man im gemeinen Leben ſagt! ein alter Filz, ein ſchlauer Fuchs, ein habſüchtiger, geiziger Haltefeſt, ein ſchmutziger alter Sünder! hart und ſcharf wie ein Flinten⸗ ſtein, dem der Stahl niemals das edle göttliche Feuer ent⸗ lockt hatte; geheimnißvoll, ſtreng gegen ſich ſelbſt, voll Rückhalt und Selbſtbeherrſchung, und einſam wie eine? ſter. Seine innere Kälte erſtarrte ſeine alten Geſich kniff ſeine Naſe zuſammen, runzelte ſeine Wangen u machte ſeinen Gang ſteif; ſie röthete ſeine Triefaugen und färbte ſeine Lippen blau, ja ſie that ſich boshafterweiſe ſo⸗ gar in ſeiner ſchnarrenden Stimme kund. Ein Rauhreif lag auf ſeinem Haupte, ſeinen Augenbrauen und ſe borſtigen Kinn. Seinen Mangel an Wärme überteng ſtets auf ſeine Umgebung, machte damit ſogar in Hundstagen ſein Comptoir eiskalt und thaute auch Weihnachten nicht um einen Grad auf.
Aeußere Hitze oder Kälte äußerten wenig Eindruck auf Scrooge; keine Sommergluth konnte ihn erwärmen, keine Winterkälte ihn erſtarren. Kein Wind, der irgend blies, war ſchueidender als er; kein fallender Schnee mehr auf ſein Ziel verſeſſen und kein bis auf die Haut durchſchlagen⸗ der Regen unerbittlicher als er. Schlimmes Wetter und Schmutz konnten ihm nichts anhaben. Die heftigſten Schlag⸗ regen, Schnee und Hagel und Schloßen konnten ſich noch eines Vorzugs vor ihm rühmen, wenigſtens in Einer Hin⸗ ſicht: ſie ſielen oft gar ſachte hernieder, während dieß Wort in Scrooge's Wörterbuche nicht zu ſinden war.
Niemand ſtellte ihn auf der Straße, um freudeſtrahlenden Augen anzureden:„Wie befinden lieber Serooge? wann werden Sie mich wieder b 2 — Kein Bettler ging ihn um ein geringes Scherflein an,


