Teil eines Werkes 
3. Bd. (1863)
Entstehung
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324 Dreiunddreißigſtes Kapitel. übermannt, jetzt iſt auch er überwunden. Ich liebe ihn zu tief, zu wahr, zu heilig, den Freund. Die Erde und ihre Trauer verſchwinden davor. Wir wollen auch das ruhen laſſen.

Es wurde auch nicht mehr von dieſem allen geredet. Hector, deſſen Mutter, da ſie auf dem Schloſſe nicht leben wollte, ſich jetzt zu einer Trennung von ihrem Kinde ver⸗ ſtanden hatte, wurde einſtweilen in Nieder⸗Rhoda unter Hebe's Augen unterrichtet und zu ſeinem Eintritte in eine höhere Bildungsanſtalt vorbereitet. Den Bemühungen der gräflichen Familie gelang es nach einiger Zeit, von der Regierung des Landes die Rechtmäßigkeits⸗Erklärung ſeiner Geburt und ſeine Berechtigung zum Namen und Wappen der Grafen von Rhoda zu erlangen. Er er⸗ wuchs allmälig zu einem liebenswerthen und ſchönen Manne, der beſonders ſeine Tante häufig und innig an den geliebten verlorenen Bruder erinnerte. Selbſt der alte rauhe Thorſchreiber Brehm erkannte an, daß ſein Enkel ſeinem Stande Ehre machte und ſein Glück ver⸗ diente.

Wie ſteht's um Steffen? fragte Gräfin Hebe, als Eberhard, am Abende des 30. März 1814 von Dreiheili⸗ gen zurückkehrend, wo er nach dem alten ſterbenden Schä⸗ fer geſehen, zu ihr ins Zimmer trat.

Er ſchüttelte den Kopf.Es geht zu Ende, erwi⸗ derte er.Der Körper iſt eigentlich ſchon todt, nur der Geiſt lebt noch. Es iſt ein friedensvolles Sterben.

Es wird eine große Trauer im Lande werden,