Teil eines Werkes 
3. Bd. (1863)
Entstehung
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322 Dreiunddreißigſtes Kapitel.

nur mit Mühe erringen werden, in den wirklichen Beſitz der Grafſchaft hätte gelangen können. Du biſt verſtän⸗ dig und erfahren genug, um einzuſehen, daß dazu nicht einmal unſere Zuſtimmung genügt hätte. Das wäre eben ſo unmöglich geblieben, wie das, was der Vater ſich mit Stephanie in den Kopf geſetzt; und der hatte wenigſtens noch die Ausnahmszuſtände unter dem franzöſiſchen Re⸗ gimente für ſich.

Sie ſchüttelte mit einem ſchwermüthigen Lächeln den Kopf.Du haſt in allem Recht, ſagte ſie;ich ſehe das ſehr gut ein und weiß, daß dieſes ſelbſt mir, wie ich da⸗ mals war, nicht gelungen ſein möchte. Ich ſehe ein, daß Hector immerhin, wenn er dereinſt ſeines Vaters Erbtheil empfängt, mit dem, was ihm von mir zufällt, ein Vermö⸗ gen haben wird, welches eines Grafen Rhoda nicht gerade unwürdig iſt. Aber was willſt du, Bruder? Dieſer Plan iſt doch mehr als ein bloßer Einfall geweſen, ich habe ihn mir wenigſtens in mehr als einer einſamen Stunde ausgemalt und verfolgt, und als ich ihn in jener traurigen Stunde vor deinem Vater nicht nur andeutete, ſondern wirklich ausſprach, war es mir für den Augen⸗ blick bitterer Ernſt damit. Ich habe eben meinen Bru der Hector zu ſehr geliebt und das ihm angethane Unrecht tiefer empfunden, als eines, das mir ſelber geſchehen. Genug davon. Wir wollen uns nicht bitter oder traurig ſtimmen.

Er nahm ihre Hände zwiſchen die ſeinen und ſah ihr mit warmer, inniger Zärtlichkeit in die ſchönen Augen. Das wollen wir auch nicht, ſprach er,wenigſtens nicht