Teil eines Werkes 
3. Bd. (1863)
Entstehung
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318 Dreiunddreißigſtes Kapitel.

getreten, hatten Widerſetzlichkeiten, Zänkereien, Verdrieß⸗ lichkeiten aller Art gar kein Ende genommen.

Zu allem Uebrigem kam, daß der alte Graf vor allem doch immer noch der große Herr des vorigen Jahrhun⸗ derts blieb, der trotz aller Strenge und Härte, trotz aller in den letzten Jahren hervortretenden Peinlichkeit und Knauſerei weder eine auch nur annähernde Ueberſicht über ſeine Verhältniſſe, noch irgend eine genügende Einſicht in den Zuſtand und die Verwaltung ſeines Vermögens und Beſitzes hatte und ſich im Grunde niemals um die De⸗ tails bekümmerte, zumal wo dieſelben das Leben betrafen, das er als Graf zu Rhoda zu leben gewohnt und, ſeinem Sinne nach, gezwungen war.

Dies alles war nun zuerſt dem Grafen Eberhard zugefallen, der einer raſtloſen und nichts weniger als an genehmen Thätigkeit bedurfte, um nur erſt einigermaßen Licht und Ordnung in die Verhältniſſe zu bringen und den gefährlichſten Uebelſtänden und den ſchreiendſten Miß⸗ bräuchen zu begegnen. Er war auch deßwegen nach Nie⸗ der⸗Rhoda übergeſiedelt, wo er ſich mehr im Mittelpunkte der Verwaltung befand und dieſelbe ſo zu ſagen vollſtän dig unter Augen und bei der Hand behalten konnte. Den⸗ noch trat er nicht als der neue Herr auf, ſondern be⸗ kannte ſich offen genug nur als den Verwalter Eugen's, des nächſten Erben. Er ſelbſt habe an. ſeinen Beſitzungen und ihrer Verwaltung für ſeine Lebenszeit reichlich ge nug, ſagte er wohl mit ſeiner milden Freundlichkeit, und habe nicht die geringſte Luſt, einerſeits die Beſitzungen, auf denen er alt und grau geworden, gegen andere, neue,