Teil eines Werkes 
3. Bd. (1863)
Entstehung
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316 Dreiunddreißigſtes Kapitel.

zu wiederholen, gewiſſermaßen die große Zeit ſelbſt und ihr alle und alles bewegender Grundgedanke dieſe Stelle ſchon eingenommen.

Dieſe Zeit glich alles aus, ſie beherrſchte und ver⸗ ſchlang jedes andere Intereſſe. Es horchte niemand in ſich hinein und niemand träumte von ſich und ſeinem Herzen. Jeder Blick war hinausgewandt zu dem, was da draußen geſchah, in Sachſen, in den Marken, in Schleſien und Böhmen. Und wenn auch treue Herzen für diejenigen ſchlugen und zärtliche Augen denjenigen folgten, die, in jenen Reihen kämpfend, den Daheimgebliebenen vor allen bekannt und theuer waren— es war in Nieder⸗Rhoda nicht Ein Herz, dem nicht die heilige Sache, für die ge⸗ ſchlagen wurde, höher ſtand als die eigene Liebe, das nicht trauernd und doch freudig dieſer Sache, wenn es verlangt worden, ſein eigenes Theuerſtes zum Opfer gebracht haben würde. Denn ohne Opfer konnte ein Sieg, wie man ihn erſehnte und verlangte, freilich nicht errungen werden.

In Nieder⸗Rhoda waren jetzt faſt alle vereint, die uns näher getreten und theils durch ihr Geſchlecht, theils durch andere Zuſtände und Verhältniſſe von einer thätigen Theilnahme an dem draußen dahinrauſchenden Kriege zu⸗ rückgehalten wurden. Ein ſolcher war Graf Eberhard, der die Anſtrengungen im Laufe jener Aufſtandstage zu ſchwer empfunden hatte, um, wie er in der Erregung und Erhebung des Augenblicks wohl zuweilen dennoch nicht für unmöglich gehalten, mit den jüngeren Freunden nach Preußen oder, wie manche ſeiner Nachbarn, zu den einheimiſchen, gegen Hamburg ſtehenden Truppen zu gehen.

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