Teil eines Werkes 
3. Bd. (1863)
Entstehung
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310 Zweiunddreißigſtes Kapitel.

Worten nicht zu ſtören. Vial's Leiche lag noch unbeſtat—

tet im Erdgeſchoſſe.—

Aber als ſie ſchieden ruhte ihre Hand ſtill in ſei⸗ ner, und ihr Auge begegnete dem ſeinen mit einem tiefen und langen Blicke. Es war darin ein anderer, beſſerer Traum, als jener, den der aufgeregte Franzoſe während jenes Ballabends in ihm gefunden. Dies war kein verwirrender, betäubender Rauſch, ſondern der Traum von einem noch fernen, aber doch ſchon aufdämmernden wahren und friedlichen Glücke.

Und am Nachmittage, als die Herren, zu denen jetzt auch Eberhard gehörte, wieder ſchieden, ſtand Hoven vor Hebe und ihre Hand haltend, ſprach er, während ein mil⸗ des Lächeln die ernſten, ſtrengen Züge erhellte:„Ich dachte, Sie nicht wieder zu ſehen, Gräfin, und trug dem alten Vetter dort einen letzten Gruß an Sie auf. Hat er ihn beſtellt?“

„Ja,“ ſagte ſie leiſe.

„Und verzeihen Sie mir den Traum? Mißverſtehen Sie mich nicht, Gräfin?“ fragte er nochmals.

Sie drückte ſeine Hand, ihre Augen füllten ſich mit leiſe aufquellenden Thränen.„Ich träumte ja eben ſo,“ verſetzte ſie leiſe.„Und, o mein Freund, weßhalb muß es nun für uns nur ein Traum bleiben! Das Leben iſt ſo reich, ſo ſchön vor mir geöffnet, wie ich es noch nie— mals geſehen, und dennoch können wir es niemals das unſere nennen!“

„Es wäre zu ſchön, Gräfin,“ ſprach der ernſte Mann, ihre Hand und leiſe ihr Haar küſſend.—