Im freien Lande. 309
ſie kopfſchüttelnd.„Er war bereits todt. Aber vielleicht hat Gott es gehört und ſtreicht eine der ſchlimmſten Sei⸗ ten in des Vaters Schuldbuch.— Ihr wißt doch,“ ſetzte ſie leiſe hinzu,„daß Steffen's alter Vater faſt unter den Streichen ſtarb, die ihm auf Befehl und im Beiſein des neuen Herrn gegeben wurden.“—
Es währte eine lange Zeit, bis ſie wieder Anderes reden mochten.—
Hoven und Eugen ſprachen, eben ſo wie aufs neue Leo, erſt am folgenden Tage im Schloſſe auf wenige Stunden ein. Sie traten den ernſten Bewohnern gleich ernſt entgegen, aber die Stimmung wurde doch bald eine, wenn auch nicht heitere, doch frohe und erhobene. Die junge Freiheit, das Glück des vollkommenen Sieges durch⸗ leuchtete und überſtrahlte hier im Schloſſe ſo gut wie draußen in den Dörfern und Städten die Trauer um die Opfer, welche der Sieg allerwärts verlangt.— Und in allen gab es überdies noch andere Gedanken, andere Empfindungen, welche auch ihrerſeits die Trauer für den Augenblick zurückdrängten.—
„Schone ſie!— Sie iſt dein, Bruder— aber ſchone ſie und ihr Gefühl!“ hatte Sophie Magdalene zu Eugen mit einem heimlichen Blicke auf Stephanie geſagt, welche abſeits von den Anderen bleich und ernſt am Fenſter ſtand. Sie hatte den Anlangenden mit einer gewiſſen ſcheuen Befangenheit begrüßt, die aber weit entfernt war von ihrer früheren Kälte, und ſich dann meiſtens ſtill für ſich gehalten. Eugen wagte ſie auch nach ſeiner Schweſter
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