Teil eines Werkes 
3. Bd. (1863)
Entstehung
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308 Zweiunddreißigſtes Kapitel.

hatte nehmen laſſen und, ſobald er abkommen konnte, nach Nieder⸗Rhoda aufgebrochen war.

„Frei, frei! Sieg, Sieg!“ rief er den Damen entgegen, zu denen er ſtrahlend von Siegesfreude, glühend von Begeiſterung in Hebe's ſtilles Zimmer ſtürzte. Er riß die aufjauchzende Sophie Magdalene in ſeine Arme und ließ ſie nicht mehr frei. Fliegenden Wortes berichtete er das Geſchehene, Gelungene, meldete die Grüße der un⸗ verletzten Freunde, erzählte von dem frohen„Faſtelabend“, von Steffen's„Nun danket alle Gott!“ und dem erheben⸗ den Eindrucke des Liedes, von allem und jedem.

Erſt nach einer ganzen Weile fiel ihm die ernſte Stimmung ſeiner Zuhörer auf; der Sieg fand hier nicht den Wiederhall, den er erwartet. Er ſah verwundert inne haltend, die Tante und Chriſtian, ſeine Braut und Stephanie an.

„Ihr ſeid ſeltſam,“ ſagte er.„Oder— bei Gott!— iſt dem alten Herrn etwas paſſirt?— Steffen— ich denke erſt jetzt wieder daran, da ich es in all dem Rauſch ver⸗ geſſen—“

„Was iſt mit Steffen?“ fragte Hebe nach einer klei— nen Pauſe ernſten Auges.

„Er ſagte mir beim Abſchiede heimlich, ich möge dem Alten ſeine Verzeihung bringen, wenn er ſie noch hören könne.“

„Und wann war das?“ fragte Hebe wieder mit der gleichen finſtern Aufmerkſamkeit.

„Etwa gegen drei oder halb vier Uhr, Tante.“

„Da konnte er es freilich nicht mehr hören,“ ſagte