Teil eines Werkes 
3. Bd. (1863)
Entstehung
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Im freien Lande. 307

bewegt durch den Anblick, den der ihr gewährt hatte, welchen ſie vor der Welt Vater nannte, aber ſie war ge⸗ faßt und fühlte ſich ſeit den Mittheilungen Pierre's über den geiſtigen Zuſtand des Grafen ruhiger. Wir ha⸗ ben es ſchon durch die Wendung, welche ſie dem Schluſſe jenes ſchrecklichen Morgengeſpräches gegeben, zur Genüge erfahren, daß Hebe eine nichts weniger als wirklich grau— ſame und unverſöhnliche Natur war. Sie wollte den Grafen brechen, aber nicht vernichten, und es hatte ihr in den einſamen Stunden der vergangenen Tage und beſon⸗ ders ſeit der Nachricht Chriſtian's von des Alten Zuſtande in G. eine nicht geringe Qual gemacht, annehmen zu müſ⸗ ſen, daß ſie dem Greiſe vielleicht einen nicht mehr über— wundenen Stoß gegeben haben könne. Davon fühlte ſie ſich nun frei.

Der Arzt aus der Stadt kam nicht. Der gewöhn⸗ liche war nicht aufzufinden geweſen, ein paar andere hat— ten mit den ſtädtiſchen Verwundeten genug zu thun ge⸗ habt und konnten nicht abkommen. Und übrigens war eine ſolche Hülfe auch nicht mehr nöthig. Bald nach Mit⸗ tag that Graf Hartmuth den letzten Athemzug, und beim Einbruch der Dämmerung ſtarb auch Vial. Keiner von Beiden war wieder zum Bewußtſein gekommen.—

In dieſes Haus des Todes und des ernſten Schwei⸗ gens brach um die zuletzt angegebene Stunde die Nachricht von dem vollen, glänzenden Siege in der Heide, von dem gänzlichen Zurückweichen des Feindes hinein. Es war Leo Rettfeld, der ſich die Ueberbringung dieſer Botſchaft nicht