Teil eines Werkes 
3. Bd. (1863)
Entstehung
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Im freien Lande. 30⁵

geweſen. Der alte Herr war von ſeiner Fahrt nach G. ſehr angegriffen und ſtumpf zurückgekehrt, hatte die Nacht je⸗ doch gut geſchlafen und ſich am nächſten Morgen ziemlich geſtärkt erhoben. Er blieb finſter und verſchloſſen und brütete meiſtens ſtumm vor ſich hin, doch war im Ganzen ſein Zuſtand erträglich und ſein Kopf klar. Er wollte indeſſen über den vergangenen Tag und ſeine Vorgänge mit dem alten Diener nicht reden; von ſeiner Fahrt nach G. und dem Geſpräche mit Renaud wußte er augenſchein⸗ lich wenig oder nichts. Mit Vial hatte er gegen Mittag eine Unterredung verlangt und gehabt. Pierre erfuhr von ihrem Inhalte nichts; der Vicomte hatte ihn, nach einer Weile heraustretend, aus dem Vorzimmer fortgewieſen. Der Alte war hinterher anſcheinend munterer geweſen.

Der Angriff auf das Schloß erfüllte ihn mit Zorn und der Sieg der Beſatzung mit einer gewiſſen grimmigen Genugthuung. Dann ging er zeitig zur Ruhe, und Pierre der wachte, hörte ihn auf das geſundeſte ſchlafen. Der Lärm des Morgen⸗Angriffes erſt erweckte ihn; er blieb jedoch im Bette mit der gegen den Diener geäußerten Ueberzeugung, daß die Franzoſen dem„Geſindel“ leicht genug widerſtehen würden. Da aber war der Kampf auch im Schloſſe begonnen und hatte ſich bald in dieſen Flügel gezogen. Ein fliehender Franzoſe war in die Zimmer des Grafen Hartmuth geſtürzt, bis in das uns bekannte, düſter, prächtige Gemach. Verfolger eilten ihm nach, es fielen ein paar Schüſſe. Der Franzoſe wurde erſchoſſen und eine Kugel traf durch die geöffnet ſtehende Thür zur Schlafſtube den im Bett ſich halb zürnend, halb erſchrocken Hoefer, Fremdherrſchaft. III. 20